Juni 19

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Basis-Supplemente: Was Du wirklich brauchst

Welche Nahrungsergänzungen sind so grundlegend, dass ich sie fast jedem Menschen empfehlen kann – unabhängig von konkreten Diagnosen?

Wichtig vorab:
Das hier ist ein Informationsbeitrag. Er ersetzt keine ärztliche Behandlung und begründet keine Arzt-Patienten-Beziehung. Konkrete Dosierungen solltest du immer mit einem Arzt oder Therapeuten besprechen – insbesondere bei Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme.

Meine Prägung: Defizitorientierte Medizin

Mein Einstieg in die Medizin war die Intensivstation. Dort habe ich gelernt, wie moderne westliche Medizin funktioniert: Sie ist defizitorientiert. Es geht darum, Krankheiten wegzumachen, nicht darum, Gesundheit zu erhalten.

Das zeigt sich an mehreren Punkten:

  • Im Studium geht es kaum um Ernährung, sondern fast ausschließlich um Pharmakologie und Pathologien.
  • Es ist völlig normal, einem Patienten einen Fettsenker zu verordnen – und gleichzeitig zur Currywurst zu raten, „weil die gut schmeckt“.
  • Forschung wird von Menschen gemacht, die eine bestimmte Weltsicht haben, und finanziert von Institutionen mit eigener Agenda. Unliebsame Ergebnisse verschwinden nicht selten in der Schublade.

Kurz: Das System ist darauf ausgerichtet, Defizite mit Medikamenten zu korrigieren – nicht, Menschen langfristig gesund zu halten.

Ein Wendepunkt: Innere Ruhe aus der Dose?

Ein zentraler Wendepunkt in meinem Leben war eine Reise nach Belgien. Auf dem Weg dorthin sind wir auf eine Praxis gestoßen: Zonvitaris, geführt vom Heilpraktiker und Produktentwickler Stefan Gyarmathy.

Stefan hatte ein Problem, das ich gut nachvollziehen kann:
Entweder waren Nahrungsergänzungsmittel sehr hochwertig, dann aber für viele unbezahlbar – oder sie waren bezahlbar, aber qualitativ schlecht. Also begann er, eigene Produkte zu entwickeln. So entstand unter anderem Herbal Inner Peace.

Meine Frau und ich standen damals vor sechs Wochen räumlicher Trennung in der Familie und hatten Sorge, wie es uns emotional gehen würde. Also nahmen wir das Produkt mit – im wahrsten Sinne als „Versuch“.

Die Erfahrung war eindrücklich:  

  • Jede:r von uns konnte dort ganz präsent sein, wo er gerade war.
  • Kontakt miteinander war klarer, fokussierter, verbundener.

Nach diesen sechs Wochen war mir klar: Das Zeug möchte ich in Deutschland haben. 3 Gespräche  und eine Firmengründung später waren wir die Importeure der InnerVitamins-Produkte für den Deutschen Markt. Die ersten Schritte in eine neue Rolle, auf einem Weg in eine für mich weitgehend neue Welt. 

Auf diesem Weg klärte ich für mich zuerst zwei große Themen:

  1. Was kann ich jedem Menschen empfehlen – allein schon aufgrund des westlichen Lebensstils und der geografischen Lage?
  2. Was können speziell diese Produkte in besonderen Situationen?

In diesem Artikel geht es um Punkt 1: die Basis-Supplemente.

Basis-Supplemente bedeutet für uns: Die fundamental wichtigen Nahrungsergänzungsmittel für jeden Menschen, der nördlich von Rom lebt.

Denn wir leben nicht dort, wo unsere Spezies ursprünglich „entstanden“ ist. Der Mensch ist biologisch eher auf Regionen um den Äquator angepasst. Der Massenumzug in den Norden vor etwa 160 000 Jahren war eigentlich nicht geplant. Und dann leben wir inzwischen auch ein wenig anders als damals. Überhaupt war nicht geplant, dass wir so alt werden, wie es jetzt üblich ist. Die Evolution hat unsere Lebenserwartung optimiert auf etwa 30 Jahre. Dann sind die Kinder aus dem gröbsten raus und es ist nicht so dramatisch, wenn unsere Leistungsfähigkeit abfällt. Wenn Du das gerade liest, läufst Du evolutionär gesehen wahrscheinlich schon mit dem Reservetank. 

Das alles sind keine lustigen pseudopaläontologischen Gedankenspiele. Die Folgen sind sehr konkret. Hier im Norden ist der Einstrahlwinkel der Sonne so flach, dass die meiste Zeit des Jahres kaum UV-Strahlung durchkommt. Unsere Haut bekommt also gar nicht genug Sonne ab, um das ganze Jahr über ausreichend Vitamin D herzustellen. Wir sind auch nicht das ganze Jahr über halbnackt outdoor zum Wurzeln sammeln und Jagen. Dafür verarbeitet unser Gehirn jeden Tag viel mehr Informationen als das, wofür die Hardware ausgelegt wurde. Dazu gibt es Essen aus der Kantine, der Tiefkühltruhe und to go. 

Ich will das Rad ja nicht zurück drehen. Ich will Dich nur drauf aufmerksam machen, dass Dein Körper sich für das alles nicht entwickelt hat. Er braucht also Liebe. Und Supplemente. 

Für alle Menschen nördlich von Rom empfehle ich in der Regel vier Basissupplemente:

  1. Vitamin D
  2. Vitamin C
  3. Ein gutes Multi-Präparat (idealerweise Extrakt-Multi)
  4. Algenöl (Omega‑3-Fettsäuren)

1. Vitamin D – Licht in Kapsel-Form

Warum wir hier ein Problem haben

Nördlich von Rom trifft die Sonne in einem schrägeren Winkel auf die Erde. Das bedeutet:

  • Das Sonnenlicht durchdringt deutlich mehr Atmosphäre.
  • Kurzwellige Anteile (u. a. UVB) – also genau die, die für die Vitamin-D-Synthese in der Haut gebraucht werden – werden stärker herausgefiltert.
  • Sichtbar wird das z. B. am roten Sonnenuntergang: Blau/violett sind „rausgefiltert“, es bleibt das langwellige Rot.

Damit haben wir hier oben auf dem Globus nur ein relativ kurzes Zeitfenster im Jahr, in dem:

  • genug UVB-Strahlung bei uns ankommt
  • wir gleichzeitig mit ausreichend nackter Haut draußen sind

Dazu kommen zwei Faktoren, die den Menschen der Moderne betreffen, und die die Evolution noch nicht kannte:

  • Übergewicht: Vitamin D ist fettlöslich. Je mehr Körperfett, desto stärker verliert sich das Vitamin D im Gewebe.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter wird die Haut dünner und verliert ihre Synthesekompetenz für Vitamin D.

Was das praktisch heißt? Ein relevanter Teil der Bevölkerung hat zu niedrige Vitamin-D-Spiegel. Bevor Du nun panisch Deine Drogerie leerkaufst: lass den Spiegel im Blut messen, statt „ins Blaue hinein“ zu dosieren. Wichtig: der optimale Spiegel ist nicht der, ab dem die Krankenkasse Dir Vitamin D bezahlt. Die macht das erst beim eklatanten Mangel. Für die sinnvolle Einnahme solltest Du die Pharmakokinetik im Blick haben: Vitamin D hat eine Halbwertszeit von mehreren Wochen. Bis ein Spiegel sich stabilisiert, braucht es bei kontinuierlicher Zufuhr von Medikamenten 4–5 Halbwertszeiten, das ist eine Grundregel. Hier also bis zu einem halben Jahr. Das kann Dir nur egal sein, wenn Dir Vitamin D eh egal ist.

Die letzte Patientin, die ich neu eingestellt habe, bekam deshalb eine Loading-Dose von 100 000 IE Vitamin D jede Woche, nach drei Wochen Wechsel auf eine Erhaltungsdosis von 3000 IE/Tag. Das wird berechnet nach Serum-Spiegel und Körpergewicht, eine Anpassung kann passieren nach der Verlaufskontrolle in 3 Monaten.

Wichtig: Das ist ein Beispiel aus meiner Praxis, keine pauschale Empfehlung. Dosierung immer mit Labor und Fachperson abstimmen. 

2. Vitamin C – weit mehr als nur „kein Skorbut“

Die meisten Tiere und Pflanzen können Vitamin C selbst herstellen. Wir Menschen nicht – ebenso wenig wie andere Primaten. Ursprünglich war unsere Ernährung so obst- und pflanzenreich, dass wir ausreichend Vitamin C über die Nahrung bekamen. Das gilt aber eben für:

  • frische Nahrung
  • in sonnigen Regionen
  • mit hoher Vielfalt

Ein Kohl vom norddeutschen Acker, lange gelagert und gekocht, spielt biochemisch in einer anderen Liga. Wie viel ist „genug“?

  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ca. 100 mg/Tag – das reicht, um Skorbut zu verhindern, also den Verlust der Zähne. Dafür warnt sie eindrücklich vor der Einnahme von mehr als 1g/Tag.
  • Linus Pauling (immerhin zweifacher Nobelpreisträger) hat berechnet, dass ein Mensch mit dem Energieumsatz eines „Jägers und Sammlers“ etwa 2,5–4 g Vitamin C/Tag über Nahrung aufnehmen würde.

Vitamin C:

  • ist an rund 3.000 biochemischen Prozessen beteiligt,
  • ist ein starkes Antioxidans,
  • spielt eine zentrale Rolle im Immunsystem, besonders bei Viren.

Ein Benchmark wie „keine Skorbut-Zähne“ ist mir da deutlich zu niedrig.

Praktische Empfehlung (aus meiner Praxis)

  • Im Alltag: etwa 2–4 g/Tag, verteilt über den Tag (Vitamin C ist wasserlöslich und wird rasch über die Niere ausgeschieden).
  • Bei akuten Infekten (v. a. viral): 10–12 g/Tag, z. B. jede wache Stunde 1 g.

Obergrenze oral:  

  • Ab ~20 g/Tag bekommt fast jeder Durchfall – das ist dann der Punkt, an dem noch mehr keinen Sinn mehr macht.

Auch hier gilt: Das sind Erfahrungswerte aus meiner Arbeit, keine individuelle Therapieanweisung. Die EU hat Vitamin C 2026 anscheinend den Kampf angesagt und will uns die artgerechte Einnahme weiter erschweren. Wo kämen wir auch hin, wenn die Menschen einfach selbständig denken und sich um ihre Gesundheit kümmern würden! 

Wichtig zu wissen:

  • Vitamin C ist hitzeempfindlich: Kochen/Dünsten kann 30–40 % des Vitamin C-Gehalts zerstören.
  • Rohkost ist vitaminreicher – oder nimm einfach ein Supplement als „kalte“ Zufuhr.

3. Ein gutes Multi – warum überhaupt?

Die Frage liegt nahe: „Brauche ich ein Multi überhaupt, wenn ich mich halbwegs ordentlich ernähre?“ Ein paar Gedanken dazu:

  • Die meisten Menschen rotieren in der Realität um ca. 50–60 verschiedene Lebensmittel, auch wenn es sich abwechslungsreich anfühlt.
  • Viele Heilpflanzen, Pilze, Früchte mit besonderen sekundären Pflanzenstoffen kommen im Alltag kaum vor – etwa Reishi, Shiitake, Maitake, Papaya usw.
  • Gleichzeitig gibt es gute Gründe für Fastenzeiten (z. B. intermittierendes Fasten) – aber auch in Fastenphasen braucht der Körper Mikronährstoffe.

Synthetisches vs. Extrakt-Multi

  • Synthetisches Multi: Jemand legt fest, wie viel Magnesium, Zink, Vitamin E, K etc. „optimal“ ist, mischt diese Stoffe in genau dieser Dosis zusammen und presst sie in eine Tablette.
  • Extrakt-Multi: Hier werden ganze Pflanzen, Pilze, Früchte, Kräuter etc. verwendet, schonend extrahiert und aufbereitet. Sie bringen automatisch ein breites Spektrum an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen mit. Unterm Strich kann man ggf. einzelne Elemente (z. B. Zink, Cobalt) ergänzen.

Ich bin klar Team Extrakt-Multi, weil:

  • bunte Lebensmittel = viele sekundäre Pflanzenstoffe,
  • diese Stoffe oft synergistisch wirken,
  • synthetische Mischungen zwar sauber aussehen, aber einen Großteil dieser „Begleitstoffe“ nicht enthalten.

Wichtig ist außerdem: Das Multi sollte zuckerfrei sein, wenn du z. B. Fasten oder Ketose unterstützen willst. Es liefert Mikronährstoffe, unabhängig davon, wie viele und welche Makronährstoffe du an diesem Tag isst.

4. Algenöl (Omega‑3) – der verbesserte „Lebertran 2.0“

Omega‑3-Fettsäuren, insbesondere die langkettigen Fettsäuren EPA und DHA, sind in der modernen Ernährung meist unterrepräsentiert. Klassische Quelle: fetter Seefisch. Das Problem daran: Schwermetallbelastung, Überfischung, ethische Fragen, Geschmack (Stichwort Lebertran).

Warum also Algenöl?

  • Fische „erfinden“ Omega‑3 nicht – sie bekommen es über die Nahrungskette aus Mikroalgen.
  • Algenöl ist im Kern eine direktere, oft sauberere Quelle für DHA/EPA.
  • In Kapseln ist es geschmacksneutraler als flüssiger Lebertran.

Biochemisch sind langkettige Omega‑3-Fettsäuren:

  • wichtig für Zellmembranen, v. a. im Nervensystem,
  • essentiell für die Hirnentwicklung (DHA ist in hoher Konzentration in Muttermilch enthalten),
  • antiinflammatorisch wirksam – entscheidend bei chronischen Entzündungen, Arthritiden etc.

Wegen ihrer Struktur haben diese Fettsäuren einen niedrigeren Schmelzpunkt – das ist ein Grund, warum Lebewesen in den 4°Celsius kalten Tiefsee-Regionen andere Fettsäureprofile brauchen als Tiere an Land. Wir können diese „Kälte-Fette“ für unsere Zellmembranen mitnutzen. Praktisch: Für Kinder kann Algenöl ins Müsli gemischt werden (sie kennen den „neutralen“ Geschmack nicht anders). Für Erwachsene ist die Kapselvariante meist am angenehmsten.

Zusammenfassung: Die vier Basis-Supplemente:

Für Menschen nördlich von Rom empfehle ich diese vier als „Basis-Setup“. Alle Supplements sind mit einem Affiliate-Link von Stefans Firma Inner Vitamins hinterlegt. Mit Deiner Bestellung unterstützt Du also nicht nur Deinen Körper 😉

Vitamin D  

    • immer nach gemessenem Spiegel!
    • ggf. mit Anfangs-„Loading Dose“ und anschließender Erhaltungsdosis
    • Kontrolle nach einigen Monaten

    Vitamin C  

      • im Alltag: ca. 2–4 g/Tag, verteilt
      • bei akuten (v. a. viralen) Infekten: 10–12 g/Tag, stündlich 1 g über die wache Zeit

      Ein gutes Extrakt-Multi  

        • aus Pflanzen, Pilzen, Früchten
        • mit breitem Spektrum an Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen
        • ohne Zucker, um Fasten/Ketose nicht zu stören

        Algenöl (Omega‑3)  

          • mit hohem DHA-Anteil
          • zur Unterstützung von Hirnentwicklung, Gehirnleistung und Entzündungsregulation
          • bevorzugt aus sauberer, schonender Herstellung

          Alle vier sind keine Einladung zur Selbsttherapie bei ernsten Erkrankungen, aber sie bilden eine fundierte Basis, um die Lücken zu schließen, die unser heutiges Leben – geografisch wie lebensstilbedingt – häufig mit sich bringt.

          Wenn du Fragen dazu hast oder wissen möchtest, welche Dosierung für dich individuell sinnvoll sein könnte, buche Dir meine ärztliche Beratung und schreib dafür gerne an:
          christoph@oophina.de


          Dieser Artikel basiert auf der Podcast-Episode, in der ich all das schon mal erklärt hatte. Für die Transkription haben wir eine Software benutzt. Der Text wurde danach altmodisch geschrieben, also ohne KI. 

          Zur Podcastfolge:

          https://listen.hubhopper.com/episode/supplemente-die-basics-fur-dich-1723619466/32669078?s=hh-web-app


          Tags

          Allergie, dge, Ernährung, Evolution, funktionelle Medizin, InnerVitamins, Medikament, Nahrungsergänzung, Pollen, Prävention, Supplements, Vitamine C, Vitamine D


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